Hunde sprechen — wir hören oft nicht zu

Die meisten Bissverletzungen, die "aus heiterem Himmel" kommen, wurden von zahlreichen Warnsignalen angekündigt — die der Mensch schlicht nicht bemerkt oder ignoriert hat. Wer die Körpersprache seines Hundes versteht, stärkt nicht nur die Beziehung, sondern erhöht die Sicherheit für alle Beteiligten.

Die Rute: mehr als ein Freudensignal

Der häufigste Irrtum: "Rute wedelt = Hund freut sich". Position und Bewegungsmuster sagen mehr aus als das Wedeln allein:

Die Ohren

Bei Hängeohrrassen (Cocker, Basset) ist die exakte Position schwerer zu lesen, aber die Bewegung an der Ohrbasis bleibt aussagekräftig.

Die Augen

Die Körperhaltung

Beschwichtigungssignale nach Turid Rugaas

Die norwegische Verhaltensforscherin Turid Rugaas hat ein Repertoire von Signalen beschrieben, mit denen Hunde Spannungen reduzieren — gegenüber anderen Hunden und gegenüber Menschen:

Die Eskalationsleiter — kein Biss kommt wirklich ohne Warnung

Von mildestem Unbehagen bis zum echten Biss gibt es eine Abfolge von Signalen:

  1. Beschwichtigungssignale (Gähnen, Lecken)
  2. Ausweichen oder Rückzug
  3. Erstarren
  4. Starrer Blick
  5. Knurren — wichtiges Warnsignal, das NIEMALS bestraft werden sollte
  6. Zähne zeigen (Snarl)
  7. Kontrollierter Schnapper (Snap)
  8. Echter Biss

Wer Knurren bestraft, nimmt dem Hund eine Warnstufe — der Hund "überspringt" sie dann beim nächsten Mal. Das macht Hunde unberechenbarer, nicht sicherer.

Körpersprache lesen lernen: praktische Tipps